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21/10/2019

DAS LIFE VALLEY: Ein Laboratorium des Lebens im Herzen Europas

Was wäre, würden sich die drei Länder am Oberrhein gemeinsam in ein mutiges und richtungsweisendes Wirtschaftsprojekt begeben, in dem der Respekt vor dem Leben und dem Menschen die Grundlagen für das Wachstum sind ?


DREI ANRAINERSTAATEN

Das Rheinland ist der wichtigste Wirtschaftsraum des europäischen Kontinents geworden, denn auf ihm wurden Güter, Wissen und Menschen zwischen dem Norden und dem Süden Europas hin- und hertransportiert.

Für die Römer war er ein Gott, für die Deutschen der Vater und wir können heute aus dem europäischen Strom ein „Modell für menschlicheres Wachstum“ machen.

Das Elsass, Baden-Württemberg und die Südpfalz und die Nordwest-Schweiz gehören zu Frankreich, Deutschland und der Schweiz und bilden zusammen eine wohlhabende Region, den OBERRHEIN. Mit ihren 6 Millionen Einwohnern generiert diese Region ein BIP von mehr als 250 Milliarden Euro.

Der Name Oberrhein begründet sich in der geographischen Lage dieses Flussabschnitts von mehr als 200 km zwischen Basel und Karlsruhe, der ein bedeutendes Gefälle aufweist: von einer Höhe von 277 m über dem Meeresspiegel bei Basel fällt der Fluss auf 144 m bei Straßburg und 105 m bei Karlsruhe ab.

Das „Ober-„ in „Oberrhein“ bezieht sich also erst einmal nur auf die Topographie…!

Dabei wäre es durchaus möglich, dass diese Region, wie es die Gründer der TMO (Trinationale Region Oberrhein) beabsichtigt hatten, zu einer „Weltweiten Exzellenz-Region im Herzen Europas“ wird.

In jeder Epoche gab es hier Herausragendes: Jagd, Fischerei, Waldwirtschaft, Landwirtschaft, Weinbau, Stahl- und Eisenindustrie, Metallverarbeitung, Potassium, Textil, Chemie, Lebensmittelindustrie.

Wenn man genau hinschaut, erkennt man, dass das Rheinland durch die Jahrhunderte hindurch grundlegend von allem beeinflusst wurde, was den Menschen betrifft, sowohl seinen Körper wie seinen Geist.

Diese permanente Suche nach dem Fortschritt des Menschen, zusammen mit der Erhebung des Geistes und des Wissens, ist bezeichnend für die lange Geschichte dieser Region, in der sich leider häufig der „schlechte Mensch“ gegen den „guten Menschen“ durchgesetzt hat.

Die Charta der Menschenrechte, deren Hort Straßburg ist, erinnert uns daran, dass „jeder Mensch das Recht zu leben hat“.

Und das Leben ist in der Tat das wertvollste Gut.

Unterstützt durch den „Campus Universitaire de Strasbourg“, den größten Campus Europas, unter der Schirmherrschaft von 5 aktiven Nobelpreisträgern (darunter die Nobelpreise in Chemie und Medizin), ist die TMO heute ein weltweiter Vorreiter der WISSENSCHAFTEN des LEBENS.

Diese stille und von vielen ignorierte transdisziplinäre Aktivität stellt bezüglich der Anzahl der Arbeitsplätze den größten Wirtschaftssektor der Region dar.

Es handelt sich um eine weltweit einzigartige Konzentration von mehr als 900 Unternehmen, die sich mit Krankheiten und den entsprechenden Therapien beschäftigen.

Parallel arbeiten sie an der Entwicklung von Innovationen in den Bereichen Biotechnologie, Nanotechnologie, Biomaterialien, Robotik und Prothesen aller Art!

Es handelt sich um einen riesigen Sektor, der offenbar keine Grenzen kennt – spezialisierte Start‘Ups, führende Labors, Cluster und Kliniken: All das findet man in dieser Region, die weltweit die größte Konzentration von Unternehmen in der Pharmaindustrie aufweist.

Dieser Erfolg ist auf ein langsames Heranreifen der Forschung und die Neugier der Menschen für die Geheimnisse des Lebens zurückzuführen.

Bereits ein Jahrhundert vor Christi Geburt interessierten sich die Kelten für Pflanzen, die im Herbst abstarben und im Frühling wieder zum Leben erwachten …! Eine davon interessierte sie ganz besonders – die Mistel!

Diese Pflanze ist alles andere als banal – sie hat keine Wurzeln im Boden, sie wächst im Winter und das auf der Eiche, dem heiligen Baum schlechthin!

Dank langer Beobachtungen entdeckten die Druiden die beachtlichen blut- und schmerzstillenden Eigenschaften der Mistelblätter. Außerdem wurden sie als universelles Gegengift betrachtet. Darauf begründet sich auch das Abernten der Mistel im Rahmen einer heiligen Zeremonie …

Wir wissen heute, dass die Mistel die proteinreichste Pflanze von allen ist und wenn wir uns einer alten Sitte nach heute noch jedes Jahr unter dem Mistelzweig küssen, dann deswegen, um uns gegenseitig ein gutes neues Jahr im Zeichen dieser Pflanze mit ihren 1000 heilenden Kräften zu wünschen.

In der Folge schenkten die Römer den Eigenschaften des Wassers eine besondere Aufmerksamkeit, sei es als Getränk, sei es als Element in der Heilung und der Pflege.

Meditrina, die Göttin der Ärzte und Apotheker, verteilte ihre vielfältigen medizinischen Gaben durch die vielen Thermalquellen, die über alle drei Ufer des Rheins verstreut liegen. Mehr als 20 solcher Quellen sind immer noch auf dem linken und rechten Rheinufer des Rheins zwischen Baden in der Schweiz und Baden-Baden in Deutschland in Betrieb, im ganzen Elsass und auf der anderen Seite, die nicht von ungefähr „Baden“ genannt wird.

Später im 16. Jahrhundert und nach den schrecklichen Epidemien des Mittelalters, machten die Humanisten Fortschritte im Bereich des Menschen und dessen Gesundheit und zwar nicht nur im philosophischen und spirituellen, sondern auch im körperlichen Sinn. Sie richteten Gesundheitszentren und „Hausapotheken“ ein, in denen sich Frauen, nicht nur Nonnen, mit medizinischen Zubereitungen und wohltuenden Substanzen in den Dienst ihrer kranken Landsleute stellten.

Im 18. Jahrhundert treten die Medizin und die Chirurgie in ihre wissenschaftliche Phase ein.

Heute handelt es sich um ein Tal der Exzellenz im Bereich eines immer weiter vertieften Wissens über die Ursachen und Therapien der verschiedenen Krankheiten, denen die Menschheit heute ausgesetzt ist.


VOM OBERRHEIN ZUM LIFE VALLEY

Der Wunsch, diesen Abschnitt des Rheins Life Valley zu nennen, geht allerdings weit über diese medizinisch-wissenschaftliche Positionierung hinaus!

Der in Frankreich, Europa und der Welt weitgehend unbekannte Bernd Dallmann, ehemaliger Direktor der Agentur für Wirtschaftsentwicklung der Stadt Freiburg, hatte die gute Idee, die Bekanntheit der Region dadurch zu fördern, dass er ihren Namen ins Englische, also die universelle Sprache übersetzte – aus dem Begriff „Oberrhein“ wurde das Upper Rhine Valley.

Diese Änderung der Bezeichnung schlug sich bereits in einer spürbaren Steigerung der touristischen Attraktivität der Region nieder.

Doch um Investoren, Kapital, Wissenschaftler und Forscher anzuziehen, müsste dieser rein geographischen Bezeichnung, die international etwas abstrakt klingt, ein Trägerthema und eine zusätzliche Dynamik hinzugefügt werden, die wir im Begriff „LIFE“ konzentriert haben.


EINE WIRTSCHAFTLICHE VERÄNDERUNG IM GROSSEN STIL

Das Projekt Life Valley ist ein trinationaler Wirtschaftsmechanismus im großen Stil, der sich auf die Suche nach dem Gral ausrichtet, nach einer neuen Transhumanität, hin zu einem gesünderen und längeren Leben.

Es soll den Erfindergeist wecken, Innovationen in vielen Bereichen auslösen, um eine prospektive Wirtschaft zu dynamisieren, in der Respekt vor dem Leben und dem Menschen vollständig in die Wertschöpfungsketten von Produkten und Dienstleistungen einfließen.

Gleich, ob diese dem Verbrauch, der Infrastruktur oder Diensten dienen, sie sollten, um lange dauern zu können, besser den Respekt vor dem biologischen, physiologischen und umweltschonenden Leben des Verbrauchers, also des Bürgers integrieren!

Neue schwere Verstöße gegen Grundregeln für Lebensmittel und andere Produkte, die für den Menschen schädlich sind, erscheinen jeden Monat in den Medien. Es ist höchste Zeit, diese Fehlentwicklungen zu korrigieren und den Weg für ein Wachstum zu öffnen, das unserem Leben mehr Respekt entgegenbringt.


ANGESICHTS DER KÜNFTIGEN GROSSEN VERÄNDERUNGEN

Neben dieser wirtschaftlichen Wende, bei der es nicht nur darum geht, GÜTER zu produzieren, sondern auch den MENSCHEN zu respektieren, stehen wir vor zwei weiteren großen Veränderungen, die man nicht getrennt voneinander Land für Land betrachten kann, da dies höchst ineffizient ist: die ökologische und die Energiewende.

6 Millionen Menschen leben hier, atmen die gleiche Luft und trinken dasselbe Wasser aus der gemeinsamen Grundwasserschicht. Die Pflege, Kontrolle und Erschließung (Verschmutzungen & Abwasseraufarbeitung und -Entsorgung), müssen folglich gemeinsam durchgeführt werden, da sie ansonsten wirkungslos bleiben.

Doch keine Veränderung, gleich welcher Art, kann ohne die Mitwirkung der Bürger erfolgen. Der aktuelle Nobelpreisträger in Wirtschaftswissenschaften Richard Thaler würde diese Ansicht sicher teilen, nachdem er schon oft auf die Bedeutung der Unterstützung der Bürger bei großen wirtschaftlichen Veränderungen unterstrichen hat.

Ich bin überzeugt davon, dass die Menschen an den drei Ufern des Life Valley mit Klarsicht und Begeisterung an diesem Projekt mitwirken würden, damit unser wunderbares Tal erneut und lange „glorreiche Jahre“ erleben kann.

Alexis Lehmann
Mitglied des Verwaltungsrats der Stiftung
Entente Franco-Allemande
Leiter Grenzüberschreitende Wirtschaft

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